Radikale Arbeitszeitverkürzung! 4-Stunden-Liga in Rostock

4 Stunden arbeiten – mehr braucht es nicht! Ein romantischer Traum oder eine realpolitische Forderung? Wir nähern uns dem Thema mit zwei Veranstaltungen.

PolDo: Die 4-Stunden-Liga stellt sich vor

5. August, 19 Uhr

Mit Aktiven der 4-Stunden-Liga sprechen wir über die Möglichkeiten und Perspektiven für Kämpfe um radikale Arbeitszeitverkürzung.

Denn wie kann es sein, dass die Produktivität Jahr für Jahr durch technologische Entwicklung steigt, die Arbeitszeit aber nicht sinkt? Dies gilt es zu ändern. Was es dafür braucht, ist ein großes gemeinsames utopisches Ziel, unter dem sich breite Teile der Bevölkerung eine echte Verbesserung ihres Lebens vorstellen können.

Die Liga fordert:

  • Die tägliche Arbeitszeit auf 4 Stunden herabsetzen – bei voller Personalaufstockung!
  • Gleichzeitig sollen die Menschen am Ende des Tages nicht weniger Geld auf dem Konto haben – zahlen soll das Kapital!

Warum das nicht so abwegig ist, wie es im ersten Moment klingt, erfahrt ihr bei der Infoveranstaltung. Kommt zahlreich und bringt eure Freund*innen und Genoss*innen mit!

Die 4-Stunden-Liga ist ein Bündnis von Gewerkschaften bis zur radikalen Linken, das eine breite gesellschaftspolitische Kampagne führt, um den Herausforderungen und Zumutungen der zukünftigen Arbeitsgesellschaft begegnen zu können. Sektionen gibt es bereits in Frankfurt, Berlin, Kassel, Hamburg und in NRW.

Hintergrund zur 4-Stunden-Liga
Inspiriert und angetrieben sind wir durch die Tradition der internationalen Arbeiter:innenbewegung, vor allem den Episoden, in denen Anarchist:innen, Kommunist:innen und Sozialist:innen sich hinter dem Banner der Arbeitszeitverkürzung vereinigten, um eine bessere Zukunft zu erschaffen.

1870 war es in Deutschland noch ziemlich normal, 80 Stunden (!) pro Woche zu arbeiten. Wer damals eine Verkürzung der Arbeitszeit forderte, wurde von denen, die die Betreibe besaßen, bekämpft. 1920 waren 48 Stunden in vielen Betrieben Alltag. In gerade einmal 50 Jahren arbeitete also ein Großteil der Bevölkerung nur noch halb soviel. Diese Arbeitszeitverkürzung wurde von der Arbeiter:innenbewegung erkämpft.

Heute, 100 Jahre später, haben wir in Deutschland zwar die 5-Tage-Woche, allerdings steigt die Zahl der unbezahlten Überstunden an und von einer 40-Stunden-Woche kann eigentlich nicht die Rede sein.

 

Workshop: Wer hat an der Uhr gedreht? – Konzepte und Perspektiven radikaler Arbeitszeitverkürzung

7. August, 10-17 Uhr

Radikale Arbeitszeitverkürzung bedeutet:

  • Neue Formen der Arbeitsorganisation entwickeln, die Menschen in den Mittelpunkt stellen – statt uns immer weiter am Profit zu orientieren. Arbeit soll solidarisch, bedürfnisorientiert und demokratisch sein.
  • Eine geschlechtergerechte Umverteilung von Reproduktionsarbeit.
  • Den ökologischen Wandel einleiten. Denn es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen gesellschaftlicher Gesamtarbeitszeit und CO2-Emissionen. Neu gewonnene Lebenszeit kann auch die Möglichkeit eines bewussteren Verhältnisses von Natur und Gesellschaft bieten.

Im Workshop wollen wir einen ausführlichen Blick auf verschiedene Aspekte des Themas Arbeitszeitverkürzung werfen. Wir besprechen gemeinsam, inwiefern uns als Einzelne und als Gesellschaft das Verhältnis von Arbeits- und Lebenszeit definiert.

Was sind die ökonomischen Grundlagen, an denen sich Arbeitszeit bemisst? Wie hat sich Arbeitszeit geschichtlich verändert? Welche Konzepte von Arbeitszeitverkürzung gibt es und wie ist es um ihre Umsetzbarkeit bestellt? Mit Blick auf die Kämpfe und Debatten der Vergangenheit und Gegenwart wollen wir gemeinsam die emanzipatorischen Potenziale der gesellschaftspolitischen Forderung nach radikaler Arbeitszeitverkürzung ausloten.

Wir wollen das Mantra „Keine Zeit!“ des beschlagnahmten Lebens überwinden. In den konkurrenzhaften Mühlen kapitalistischer Verwertung verwandelt sich selbstbestimmte Lebenszeit in fremdbestimmte Arbeitszeit. Durch den ökonomischen und gesellschaftlichen Wandel sind auch die Debatten um Arbeitszeitreduzierung erneut befeuert worden. Denn Digitalisierung bedeutet: Menschliche Arbeitskraft wird im Produktionsprozess durch den Einsatz von Robotern und Computertechnologie in zunehmendem Maße überflüssig und Arbeiter:innen werden aus Normalarbeitsverhältnissen in flexible, unsichere und prekäre Jobs gedrängt.

Referent:innen

Die Referent:innen kommen von der 4-Stunden-Liga. Die 4-Stunden-Liga ist ein Bündnis von Gewerkschaften bis zur radikalen Linken, das eine breite gesellschaftspolitische Kampagne führt, um den Herausforderungen und Zumutungen der zukünftigen Arbeitsgesellschaft begegnen zu können. Sektionen gibt es bereits in Frankfurt, Berlin, Kassel, Hamburg und in NRW.

Anmeldung

Bitte meldet euch unter bildung[ät]falken-mv.de oder instagram.com/falken_mv für den Workshop an.

 

Vielen Dank!
Der PolDo und der Workshop werden gefördert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern.

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